Vogt Die Erfindung des Lichttonfilms III e

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e) Das optische Abbildungssystem

Abb. 13. Prinzipschema des optischen Abbildungssystems für die Ton-Aufnahme und -Wiedergabe
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Abb. 13. Prinzipschema des optischen Abbildungssystems für die Ton-Aufnahme und -Wiedergabe

Es ist leicht einzusehen, daß die für die Aufnahme wie für die Wiedergabe erforderlichen Lichtquellen, die Licht nach allen Seiten ausstrahlen, nicht ohne weiteres für die Belichtung bzw. Durchleuchtung des Filmes brauchbar sind. Es war notwendig, um die Lichtstrahlen zu bündeln, besondere optische Systeme zu entwickeln. Als das einfachste dieser Systeme erschien uns zunächst eine sogenannte Zylinderkiste, die das auf sie fallende Licht in eine schmale Lichtlinie verwandelt. Es zeigte sich aber bald, daß sowohl ihre Abbildungsgenauigkeit als auch ihr Apertur nicht ausreichten, um die erforderlichen feinen Lichtlinien von 0,005 mm Breite bei großer Lichtstärke zu erhalten. Optische Arbeiten, z. B. Linsenschleifen, überstieg aber doch unser Können; hier vertrauten wir anderen. Ich fuhr zu der Firma Carl Zeiss nach Jena und schilderte dort unsere Absichten dem damaligen Leiter der mikroskopischen Abteilung, Professor Köhler. In Zusammenarbeit mit Carl Zeiss entstand dann ein fotografisches Abbildungssystem, wie es im PRinzip aus der Abb. 13 zu ersehen ist.

Zur Erläuterung dieses Schemas sei folgendes erwähnt:
Der von einer Lichtquelle, der Lampe L, ausgehende Lichtstrom wird von einem Kondensatorsystem C aufgenommen und als ein sich schwach verengtes Lichtbündel über den dazwischen angeordneten gekrümmten Spalt S in das Mikroskopobjektiv M geworfen. Durch dieses System wird der leuchtende Spalt S stark verkleinert als feine Lichtlinie auf dem über die Rolle R laufenden Film F abgebildet. Dieses System war sowohl für Aufnahme- als auch für Wiedergabezwecke zu verwenden; lediglich die Lichtquellen L wurde ausgewechselt.
Die Abb. 14 zeigt in der praktischen Ausführung den unteren Teil eines solchen Abbildungssystems, angebaut an einen Tonfilmprojektor, ferner den Tonfilm mit dem verbreiterten Rand, in der Mitte die den Film tragende und antreibende Laufrolle sowie die in die Laufrolle hineinragende, mit Anschlußklemmen versehene fotoelektrische Zelle. Mit diesem System gelang es, Lichtlinien von der erforderlichen Feinheit beim Negativfilm herzustellen bzw. die Tonzeichen des Positivfilms mit einer genügend feinen Lichtlinie zu durchleuchten. Im Prinzip sind noch heute alle Tonfilmprojektoren mit diesem Abbildungssystem ausgerüstet.

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(Deutsches Museum - Abhandlungen und Berichte - 32. Jahrgang 1964 - Heft2)
Mit freundlicher Genehmigung Deutsches Museum
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